Umzugsbedingt kamen die letzten Wochen einer literarischen Durststrecke sehr nahe. Als Ersatz habe ich manches Hörbuch angehört, aber ein Ersatz für Gedrucktes bei einem Glas Wein im Ohrensessel sind sie -Gott sei Dank- noch nicht.
Ein Weihnachtsgeschenk hat mich neugierig gemacht – „Brida“ von Paulo Coelho. Das Buch tritt bei mir ein schweres Erbe an. Nach „Der Alchimist“ und „11 Minuten“ war ich äußerst gespannt, was dieser Roman zu bieten hatte. Ein Blick auf den Klappentext verspricht Einiges: „Aber woran erkennt man den Mann oder die Frau seines Lebens?, fragte Brida. Du musst etwas riskieren, war die Antwort. Dabei wirst du oft scheitern, du wirst enttäuscht werden, desillusioniert. Aber wenn du nie aufhörst, nach deiner Liebe zu suchen, wirst du sie am Ende finden.“
Auch wenn man bedenkt, daß dieser Roman schon 20 Jahre alt ist und erst jetzt in der deutschen Übersetzung herausgegeben wurde, hat er mich enttäuscht. Wer etwas über die Weltenseele erfahren will, sollte „Der Alchimist“ lesen, wer etwas über Spiritualität und Erotik erfahren möchte, dem sei „11 Minuten“ empfohlen. Brida hat mir persönlich zu wenig Impulse gegeben. Die Geschichte einer jungen Frau in Irland, die in die Geheimnisse der Mond- und Sonnentradition eingeführt wird und schießlich als Hexe initiiert wird….
Schön geschrieben, geheimnisvoll und spannend, aber in keinster Weise mit dem Alchimisten vergleichbar, der mir persönlich einige neue Denkanstöße gab.
Frauen würden jetzt vielleicht argumentieren, daß „Brida“ eher ein Frauenroman ist – falls ja, sind sie eingeladen, hier ihre Gründe darzulegen.
Fazit: 9/15 Punkten (aber auch nur weil ich ein Coelho-Fan bin)
Verfasst von libellum